Inhalt

Wie auch im Film ist Musik nicht einfach nur eine kulturelle Begleiterscheinung. Musik ist Kunst, Gefühl, Emotion und Leidenschaft. Attribute, die Traum und Realität verbinden. Das der Gefängnisdirektor ein leidenschaftlicher Musikliebhaber ist, kommt dem Protagonisten bei seinen Fluchtplänen zu Gute. Auch in der Realität ist die Leidenschaft für Musik ein durchaus nützliches Instrument um Schwächen oder auch Gefühlszustände eines anderen zu erkennen.

Der Filminhalt lässt sich relativ konkret auf die musikalische Beeinflussung in der Realität projizieren. Während der Direktor die Kapelle für die Aufführung wählt obschon es sich dabei um die unsichersten Räumlichkeiten des Gefängnisses handelt, gehen im realen Leben Menschen noch weitaus größere Risiken ein um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Neben einem Grundvertrauen in die menschlichen Moralvorstellungen ist er auch geprägt von dem Bedürfnis, dass die Aufführung perfekt werden soll. Auch in der realen Welt sind die Menschen beeinflusst von Wünschen, Sehnsüchten und lassen sich von emotionalen Gefühlen leiten – dies erkennt der Zuschauer über die gesamten 112 Minuten Filmlänge.

Regisseur Peter Cattaneo lässt die Leidenschaft des Direktors zur Fahrlässigkeit führen, welche ohne jegliche moralische Bedenken oder Einwände vom Protagonisten Jimmy genutzt werden kann. Dass auch er aufgrund von emotionalen Beziehungen von seinem ursprünglichen Plan ablassen möchte, ist ebenfalls ein reales Faktum. Die Darstellung der Zusammenhänge von Musik und Emotion wird auf humorvolle Art und Weise inszeniert, wobei die Wirklichkeit oftmals für den Einzelnen ohne komödiantische Ergänzungen erlebt wird. Somit werden beispielsweise die Proben zum Auftritt – zum dramaturgischen Höhepunkt des Films – mit Leichtigkeit dargestellt. Gesangsunterricht, hartes körperliches Training und andere Schulungen der bestehenden Fähigkeiten sind es jedoch in der realen Welt, die von Leihen-Schauspielern oder beruflichen Akteuren durchgestanden werden müssen. An genau diesen Feinheiten erkennt man, wie schwerwiegend die thematische Verlagerung auf das Thema Humor fokussiert ist. Selbst ein Ausbruch wirkt in diesem Szenario deutlich einfacher als es in der Realität doch tatsächlich möglich wäre.

Nimmt man die Darstellung dieser Geschichte entsprechend der Filmkategorie, kann man den Film durchaus als gelungen definieren – hierfür ist jedoch der Ausschluss der Ernsthaftigkeit notwendig. Eine Erkenntnis kann man jedoch aus diesem Film mitnehmen: Ganz gleich wie fundamental wichtig die eigenen Pläne sind, es besteht jederzeit die Möglichkeit bestehende Konzepte abzuändern – ganz gleich ob dies nun aus persönlichen oder umstandsbedingten Gründen der Fall ist. Wichtig ist es jedoch sämtliche ungeahnte Situationen mit Humor zu nehmen und als Chance zu sehen. Genau dieser Punkt ist heutzutage gesellschaftlich nicht mehr zu finden, weswegen der individuelle Leistungsdruck auch konstant anwächst.