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Genre
Schon auf den ersten Blick erfährt der Zuschauer um welches Genre es sich bei Lucky Break handelt – allein die Art und Weise wie sich die Kleinkriminellen bei ihrem ersten Anlauf in ihr zukünftiges Chaos stürzen, ist der perfekte Einstieg in den Film. Der Zuschauer erfährt hierdurch sofort wie dieser Film kategorisiert werden kann. Das Genre steht somit gleich zu Beginn fest und der Kinobesucher erkennt aus welcher Perspektive er Filminhalt, Dramaturgie und Schauspieltalent beobachten kann.
Gerade dieser Aspekt ist bei Komödien fundamental, damit ein gewisser Popularitätsgrad erreicht werden kann. Man muss sofort deuten können, wie ernsthaft und realitätsnah die zukünftigen Szenen dargestellt werden. Würde man bei Lucky Break zunächst von einem Drama oder einer Tragödie ausgehen, könnte man vorschnell negativ über das Talent der Schauspieler urteilen. Zwar erfolgt die sofortige Klassifizierung vom Zuschauer unbewusst, dennoch ist sie nicht von der Hand zu weisen. Und gerade darin besteht die Herausforderung.
Nicht nur für Peter Cattaneo, dem Regisseur dieses Filmes, ist dieser nahtlose Übergang gelungen - Nein, auch zahlreichen anderen bekannten Regisseuren gelingt ein solcher transparenter Übergang zur eigentlichen Filmgeschichte. Obwohl die Richtung für den Zuschauer sofort erkennbar ist, wird Lucky Break dennoch nicht, in der Videothek - in der Abteilung Comedy DVDs stehen. Gerade ein solches Filmmerkmal fordert das schauspielerische Talent der Protagonisten. Hier ist ein besonderes Höchstmaß an Disziplin, Einfühlungsvermögen und handwerklichen Können um eine eigentlich dramatische oder gar dramaturgische Szene so zu inszenieren, dass sie nicht an Ernsthaftigkeit verliert und zugleich mit Charme und Witz dargestellt wird. Gerade der britische, trockene Humor (siehe auch die Komikergruppe Monty Python), passt entsprechend zu dem von Peter Cattaneo gewählten Genre.
Trotz unzähliger klassifizierter Filme innerhalb dieser Kategorie, entspricht Lucky Break einem Film, der besonderen Art. Bedenkt man, dass es sich um ein kriminelles Delikt, um einen Gefängnisaufenthalt und um einen Fluchtplan handelt, könnte man kaum vermuten, dass dies eine Komödie werden kann. Dennoch ist es gelungen die Filmgeschichte in einen kausalen Zusammenhang zu bringen – das Leitmittel ist dabei die emotionale Bindung des Protagonisten zur Gefängnispsychologin. Betrachtet man diesen Aspekt alleinig, erkennt man deutlich, dass viele andere Regisseure Liebe und emotionale Abhängigkeiten wählen, um eigentlich dramatische Geschichten mit Humor zu inszenieren. Denn wie auch im realen Leben bringt uns gerade die Liebe dazu, die urkomischsten Verhaltensmuster anzunehmen.